Die Angebote der Gruppenschule richten sich an Mädchen und Jungen der Unter-, Mittel-, und Oberstufe. Angesprochen werden Schülerinnen und Schüler, die bei  normaler bzw. leicht unterdurchschnittlicher Begabung Verhaltensschwierigkeiten zeigen und deshalb nicht (mehr) ausreichend von den Bildungsangeboten des öffentlichen Schulsystems profitieren können.

Die Gruppenschule bietet diesen Schülerinnen und Schülern für eine bestimmte Zeit individuell angepasste Bildungsarrangements, die sie in der aktuellen Lebensbewältigung unterstützen und auf zukünftige Lebens- und Lernaufgaben vorbereiten.

INDIKATIONEN

Ein grosser Teil unserer Schülerinnen und Schüler leidet unter dem Aufmerksamkeits-Defizit, bzw. Hyperaktivität-Syndrom  AD(H)D / AD(H)S. Es entsteht durch eine fehlerhafte Informationsverarbeitung zwischen einzelnen Hirnabschnitten.

Trotz oft guter oder durchschnittlicher Intelligenz sind die Kinder und Jugendlichen, die das Angebot unserer Schule nutzen, in den öffentlichen Regel- oder Sonderklassen aus unterschiedlichen Gründen überfordert.

Die Beeinträchtigungen sind individuell. Unterschiedlich stark und unterschiedlich kombiniert treten unter anderem folgende Störungen auf:

  • Teilleistungsschwächen
  • Grob- und feinmotorische Entwicklungsverzögerungen
  • Störungen des Antriebs (hyperaktiv oder antriebslos)
  • Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Eingeschränkte Lernbereitschaft / Lernfähigkeit bis zur Leistungsverweigerung
  • Emotionale Auffälligkeit (Affektlabilität, Impulsivität)
  • Soziale Schwierigkeiten (erhöhte Aggressivität oder extreme Rückzugstendenzen)
  • Reaktive psychische Störungen

AUSSCHLUSS

Die Gruppenschule nimmt keine Schülerinnen und Schüler auf, die geistig behindert sind, an einer ausgeprägten Sprachstörung leiden, stark körperbehindert sind, eine schwere psychiatrische Störung aufweisen oder chronisch Suchtmittel abhängig sind.
Schülerinnen und Schüler, die den Unterricht so stark stören, dass ein ordentli-
cher Schulbetrieb nicht mehr gewährleistet werden kann, können ausgeschlossen werden.

In kritischen Situationen findet ein Gespräch zwischen Lehrpersonen, Schulleitung, den Eltern und dem Schüler, der Schülerin statt. Dabei wird versucht Möglichkeiten zu finden, um die Situation zu entlasten. Ein definitiver Ausschluss erfolgt während des Schuljahres nur in Ausnahmefällen und nur aus zwingenden Gründen.

AUFNAHME

AUFNAHMEKRITERIEN

Die Kinder und Jugendlichen werden durch den schulpsychologischen Dienst (SPD) auf die Sonderschulbedürftigkeit abgeklärt  und, falls diese gegeben ist, durch die Schulpflege zugewiesen. Der Bericht des SPD ist eine Voraussetzung für die Aufnahme und die Kostengutsprache der Gemeinde.

Die Eltern, respektive die Erziehungsberechtigten, müssen mit der Sonderschulung einverstanden sein. Zudem muss die Wohngemeinde die Kosten für mindestens ein Schuljahr übernehmen.

AUFNAHMEVERFAHREN

Oft kann schon ein Telefongespräch klären, ob eine Anmeldung möglich und sinnvoll ist oder nicht. Wenn die Grundvoraussetzungen gegeben sind, erhalten die Erziehungsberechtigten ein Anmeldeformular oder können dieses unter www.gruppenschule.ch herunterladen. Nachdem die bestehenden Abklärungsberichte usw. eingeholt sind, werden die Eltern und das Kind zu einem Gespräch eingeladen. Eventuell sind, in Absprache mit den Eltern, weitere Informationen von Lehrpersonen, Therapeuten, Ärzten etc. nötig.

Als Grundlage für einen vorläufigen Entscheid gelten:

  • die Anmeldung
  • die Abklärungsberichte
  • das Gespräch mit den Eltern und der Schülerin / dem Schüler
  • Informationen von weiteren Personen (z.B. Lehrpersonen, Therapeuten, Ärzte usw.)

Auf dieser Basis wird ein vorläufiger Entscheid getroffen und eine Schnupperzeit in der vorgesehenen Klasse vereinbart. Nach Auswertung der Schnupperzeit wird über die definitive Aufnahme entschieden. Dieser ist vom Entscheid der Schulpflege resp. deren Kostengutsprache abhängig.  Der definitive Entscheid wird den Eltern schriftlich mitgeteilt. Die Fallführung liegt bei der Schulpflege.